Der etwas andere Saisonrückblick

Herren 2013/2014

Das war´s schon wieder. Eine Saison mit Höhen und Tiefen ist Geschichte. Zu Beginn der Spielzeit wussten wir Herren nicht, wohin die Reise gehen würde. Alles schien möglich. Für einen Überblick der Ausgangssituation verweise ich auf den Artikel im Sportspiegel. Kurz gesagt: Im Abschlussbericht der letzten Saison wurde großtönig Top 3 angekündigt.

Dieses Ziel wurde erreicht. Mit 26:14 Punkten belegt man zwar klar hinter den beiden Mannschaften der SG Kollmar/Neuendorf und noch vor dem TSV Kremperheide 2 den 3. Tabellenplatz.

„Herzlichen Glückwunsch liebe TS Schenefeld – eine tolle Leistung!“
Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Schaut man sich die Ergebnisse an, fällt auf, dass wir gegen die drei erwähnten Mannschaften ganze 0(!) Punkte geholt haben. Das macht 6 von insgesamt 7 Saisonniederlagen. Die zusätzliche Pleite gab es beim erwartet schweren Auswärtsspiel in Itzehoe. Dort waren wir jedoch sehr ersatzgeschwächt. Hätte Kremperheide aber nicht zwei Partien kampflos abgegeben, wären wir wohl Vierter geworden. Das wäre in dieser Saison auch okay, denn das Problem sind nicht die Ergebnisse. Es waren die Erwartungen.

Es wäre albern, die jeweils eindeutigen Niederlagen als unnötig zu bezeichnen, aber sie fielen nahezu allesamt zu hoch aus. Nicht unbedingt aufgrund der gezeigten Leistung, sondern wenn man bedenkt, was man hätte spielen können. So ist zumindest der allgemeine Tenor. Die Aussage: „Man spielt immer nur so gut, wie der Gegner es zulässt.“ findet keinen Anklang. Ebenso verhält es sich mit den Siegen. Nahezu jedes Mal konnten wir ein enges Spiel siegreich gestalten. Anstatt sich jedoch dieser Stärke zu erfreuen, wurde eher darüber nachgedacht, warum man nicht deutlicher siegte. Man spielte ja schließlich nicht gut. Diese aufgelegte Erwartungshaltung und allgemeine Unzufriedenheit sorgte leider für eine nicht immer ausreichende Motivation, vor allem im Training. Und da muss ich mich auch selber vor die Steinwerfer stellen. Auch die Stimmung auf der Tribüne war dieses Jahr nicht zufriedenstellend. Da waren die letzten Jahre deutlich attraktiver.
Diese negativen Gedanken sollen mit diesem Absatz aber geschlossen werden.

Es liegt in der Natur des Menschen, nach Höherem zu streben. Stillstand bedeutet Rückschritt, das ist richtig. Wir betreiben aber Breitensport. Das heißt nicht, dass man nicht alles geben, sich nicht hinterfragen oder alles akzeptieren sollte, aber warum spielen wir Handball: Aus Spaß! Nicht nur wegen Spaß am Sieg, es gehört mehr dazu. Bewegung, Teamgeist, geselliges Zusammensitzen. Natürlich will man immer gewinnen, das ist absolut legitim und sollte auch so sein. Diese Einstellung spreche ich  niemandem ab, aber insgesamt sollte man immer mit einem Lächeln zum Training und vom Spiel gehen können. Ein weiterer Aspekt ist die Umorientierung. Aktivposten der Guten-Laune-Fraktion mussten dieses Jahr etwas kürzer treten, dieser „Umbruch“ musste aufgefangen werden. Auch das spiegelte sich meiner Meinung nach am Zuschauerzuspruch wider.

Wer denkt, dass man die vergangene Saison also getrost vergessen kann, der liegt gewaltig falsch. Gerade die Probleme, die man zu bewältigen hat, machen einen stärker. Es war nie klar, ob man am Wochenende 7 oder 14 Spieler am Start hatte. Zusammengerauft haben sich die Anwesenden immer. Auch die unermüdlichen Dienstags-Trainierer verdienen Respekt. Ohne richtigen Trainer wöchentlich in die Halle zu kommen und nicht genau zu wissen, was einen erwartet, das ist super. Auf solchen Erfahrungen sollte man aufbauen! Des Weiteren kamen witzige Unternehmungen (Delve, Dart, Licherfest, Grün-Weiße-Nacht, Weihnachtsfeier etc.) natürlich nicht zu kurz, aber wir sind hier ja schließlich in einem frei zugänglichem Bericht. Da muss man auch an die Kinder denken. Jugendfreigabe und so 😉

Mein Lieblingsteil der Abschlussberichte, die Statistiken, sind leider nicht wie gewollt durchführbar. Wurde bei jedem Spiel ein Foto vom Spielbericht gemacht, wurde das leider in den letzten beiden Partien versäumt, so dass nun eine große Lücke klafft … Was man jedoch sagen kann: 19 Spieler liefen dieses Jahr für die TS Schenefeld auf. Darunter die A-Jugendlichen Thore Witthinrich, Finn Struve und Jerremika Wilder. Sie schnupperten bereits Herrenluft und werden hoffentlich auch nächstes Jahr fleißig dabei sein. Erwähnenswert außerdem das Comeback von Klaus Schäfer.

Womit wir auch schon bei den Highlights der Saison wären:

– Klaus Schäfer vs. Münsterdorf: Zitat aus dem Spielbericht „Dabei zeigte er eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Neben: 1 Siebenmeter verworfen, 1 Kreisanspiel vergeigt, 1 Tempogegenstoß vergeben und 1 Zeitstrafe sorgte er für 1 Torvorlage. Für sein Alter ist das durchaus im Rahmen!“

– Thorsten Kröger – der Schatten: Kein Erstklässler hätte mitzählen können, wie oft Thorsten gegnerische Pässe abfängt. Am gegnerischen Neunmeter, nach Pass vom Torwart. Das ist mittlerweile legendär und sorgte für zahlreiche Tore und ausgelassene Stimmung auf der Bank.

– Die bereits erwähnte Nervenstärke in engen Partien: 4 Siege mit 1 Tor Vorsprung & jeweils 1 Sieg mit 2 bzw. 3 Toren Vorsprung. Kein richtig knappes Spiel wurde verloren. Unentschieden gabs diese Saison sowieso nicht.

– Wunderschöne Tore: Wir erlebten wieder Heber, Dreher, Rückraumkracher, (ungewollte) Kempatricks. Fürs Auge war immer etwas dabei.

– Die Torschützenliste: Damit ist nicht die interne gemeint (die ja nicht ganz vollständig ist), sondern die des Kreises (https://khv-steinburg.de/uploads/media/Torschuetzen_2013-14_.pdf). Wir präsentieren:
Auf Platz 10: Seba Bohn: 104 Tore
Auf Platz 7: Harm Kröger: 112 Tore
und er hat´s tatsächlich geschafft
Auf Platz 1: Florian Wilschewski: 139 Tore – Herzlichen Glückwunsch!

Das soll es soweit von mir gewesen sein. Und vermutlich nicht nur für diese Saison. Seitdem ich Herrenspieler bin, spielte die 1. Herren der TS Schenefeld 79 Punktspiele. Ich habe alle Spiele mitgespielt und jeden Bericht geschrieben. Vermutlich war es das jedoch mit der Zuverlässigkeit, mich zieht es in Richtung Kiel. 100 %ig ist es noch nicht, aber es sieht danach aus. Ob ich mich – wie Flo – dazu motivieren kann, dennoch zu jedem Spiel nach Steinburg zu fahren, ist zumindest fraglich. Vorsichtshalber bedanke ich mich also schon mal.

Vielen Dank für die letzten 4 Jahre. Bereits in der letzten A-Jugend Saison wurde ich sehr nett aufgenommen und integriert. Ich empfehle das jedem Spieler. Das bringt einen auch menschlich viel weiter. Wir sind aufgestiegen, abgestiegen, hatten tolle Siege, traurige Niederlagen, aber ich zu meinem Teil immer Spaß. Egal, ob es gut oder schlecht lief, die Mannschaft hat zusammen gehalten. Und da wären ja noch diese ollen Turniere, Feiern, Abschlussabende … Naja, mit denen kann ich mich nicht so identifizieren (hust …). Jedenfalls Danke an das Team.

Danke an Bernd Nissen. Zum einen für die Fotos. Ich bin einer, der sich auch einfach mal so hinsetzt und sich die besten Schnappschüsse immer wieder zu Gemüte führt. Tolle Arbeit, das haben nicht viele Vereine. und zum anderen die Arbeit an der Homepage: https://ts-schenefeld.de/handball  ist die klare Nummer Eins im Kreis. Ich weiß, Bernd ist kein Mann, der auf Lob abfährt, aber da er ja diesen Bericht Korrektur liest, hat er es zumindest einmal gelesen. Ob er es auch ins Internet stellt? (Anm. der Redaktion: Hat er und vielen Dank für die Blumen)

Danke auch an Klaus Schäfer, der, trotz häufiger Manipulationsversuche meinerseits, (fast) nie bzw. selten bzw. nicht zu oft die Ruhe verloren hat. Dazu gehören auch die Co-Trainer Eicke Salchow und Jan Kolle!

Ich hatte eine schöne Zeit, vielleicht ist sie ja auch noch gar nicht um. Nur für den Fall der Fälle. Es war wirklich top und ich werde den Verein mit Sicherheit nicht vergessen.

Zurecht denkt ihr: Was schnackt der denn so wild. Der war gerade einmal 7 Jahre hier. Andere gehen nach Jahrzehnten ohne jeglichen Kommentar. Das ist aber der Vorteil eines Berichteschreibers. Man denkt sich nicht einfach seinen Teil, man schreibt ihn einfach auf.

Links:
Tabelle und Ergebnisse                            Fotos                                     Spielberichte

Autor: Tore Sebastian Bohn

One Reply to “Der etwas andere Saisonrückblick”

  1. Cooler Bericht!
    Viel Erfolg, Spaß und Glück für die neue Saison!
    Und falls ihr mal `n Trainingspartner braucht – schaut auf der EHT-Seite unter 4.Herren! Frischgebackener Kreisligaaufsteiger mit 3:2:1-Deckung!

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